Wie läuft eine Mediation konkret ab?

 

Eine Mediation ist keine Blackbox. Auch wenn jedes Verfahren anders abläuft, gibt es bei den von uns geführten Mediationen immer folgenden Rahmen: 

 

Alle Konfliktparteien und der Mediator nehmen in einer Runde Platz, bei innerbetrieblichen Mediationen oft in einem Raum des Unternehmens, bei Mediationen mit Externen ggf. auch in einem Tagungshotel oder unserem Büro. 

 

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde wird der Ablauf des Tages erläutert und Pausenzeiten abgesprochen. Wenn Vorbehalte oder Hindernisse bei den Teilnehmern bestehen, wird geklärt, wie diese berücksichtigt werden können. 

 

Zu Beginn der Mediation erläutern alle Konfliktparteien dann nacheinander ihre Sicht der Dinge, ohne hierbei von anderen unterbrochen oder gestört zu werden. Auf diese Weise ergibt sich ein erster Überblick über die zu klärenden Themen. 

 

Dann werden die einzelnen Konfliktpunkte gemeinsam im Dialog erörtert mit dem Ziel, die Vergangenheit, also die Entstehung des  Konfliktes zu verstehen, die gegenwärtige Situation zu klären und darauf aufbauend die Zukunft zu gestalten. Hierbei zeigt sich oft, dass nicht nur über die sachlichen Themen zu sprechen ist, sondern auch über die persönlichen Beziehungen der Konfliktparteien untereinander, die im Rahmen des Konfliktes Schaden genommen haben. 

 

Verstehen die Konfliktparteien die Sicht der anderen Seite (ohne damit einverstanden sein zu müssen), werden auch die wechselseitigen Interessen erkannt, die hinter den sich  widersprechenden Positionen stehen. Die nächste Aufgabe ist es, Schritte und Maßnahmen zu finden, wie diese Interessen möglichst weitgehend umgesetzt werden können. Dabei finden die Parteien oftmals nicht nur einen Kompromiss, sondern neue Wege, weil die Mediation gezeigt hat, worum es in dem Konflikt eigentlich geht. 

 

Am Ende der Mediation werden die gefundenen Maßnahmen  in einer Vereinbarung zusammengetragen und wechselseitig verpflichtend vereinbart.   

 

Und was passiert, wenn die Parteien keine Lösung finden?

Auch dieser Fall kann natürlich vorkommen. Die Gräben sind zu tief, eine weitere Zusammenarbeit einfach nicht vorstellbar. Ist die Mediation dann gescheitert? Nein. Denn auch in diesem Fall hat die Mediation einen nicht zu überschätzenden Nutzen für die Konfliktparteien gebracht: Klarheit. Klarheit darüber, dass weiteres Zuwarten nichts bringt und jetzt gehandelt werden muss, um die Konfliktsituation zu beenden.