Muss ich bei einer Mediation selber mit der Gegenseite sprechen?  

 

Ja, denn keiner kennt Ihre Interessen besser als Sie selbst. Sie haben Zweifel, wie das gehen kann, wo doch alle Gespräche in der Vergangenheit nicht geholfen haben? Zum einen macht es bereits einen Unterschied, dass mit dem Mediator ein Dritter an dem Gespräch teilnimmt, der von dem Konflikt nicht betroffen ist. Zum anderen ist der Mediator darin geschult, Streitgespräche zu ordnen und zu strukturieren.  So wird sichergestellt, dass die Beteiligten nicht in altbekannter Weise über altbekannte Forderungen sprechen, sondern über das, was dahintersteht.  

 

 

Wie kann ich sicher sein, dass eine Mediation vertraulich ist? 

 

Als Mediatoren unterliegen wir einer gesetzlichen Verschwiegenheitspflicht aufgrund des Mediationsgesetzes. 

Da dies für die Parteien selbst nicht gilt, achten wir vor Beginn der Mediation darauf, dass im Rahmen der Mediationsvereinbarung, einer Vereinbarung zwischen den Parteien und uns als Mediatoren, ausdrücklich zwischen den Parteien Vertraulichkeit vereinbart wird. Damit ist sichergestellt, dass nichts von dem, was Sie im Mediationsverfahren sagen, später gegen Sie verwendet werden kann. 

 

 

Endet eine Mediation immer mit einer Vereinbarung? 

 

Zu welchem Ergebnis eine Mediation führt, entscheiden alleine die Parteien. Oft steht am Ende eine Vereinbarung, in der die Parteien konkrete Lösungen und die Schritte zu deren Umsetzung festhalten. In anderen Fällen wird kein Vereinbarung erreicht. Jedoch auch dann haben die Parteien sehr viel Klarheit über den Konflikt gewonnen, wo sie stehen und warum zumindest eine der Parteien keine Vereinbarung treffen will.

 

 

Was passiert, wenn mein Konfliktpartner nicht an einer Mediation teilnehmen will?

 

Dies hängt davon ab in welchem Verhältnis die Parteien zueinander stehen.

Bei gleichrangigen Konfliktparteien, zum Beispiel zwei Unternehmen, kann eine Mediation nicht erzwungen werden, es sei denn, sie haben zuvor eine sogenannte Mediationsklausel vereinbart. Ist eine solche Klausel vereinbart, kann erst dann Klage erhoben werden, wenn zuvor ein Mediationsverfahren durchgeführt wurde. 

 

Bei Konflikten in Teams kann der jeweilige Vorgesetzte die Konfliktparteien anweisen, zu einer Mediation zu erscheinen. Ob dann alle Teilnehmer konstruktiv mitwirken, ist eine andere Frage. Oft sind aber diejenigen, die sich zu Beginn sehr zurückhalten im späteren Verlauf die, die das Verfahren intensiv voranbringen. 

 

 

Ich kann mit dem anderen nicht darüber reden, bringt das dann überhaupt was?

 

Das hören wir oft. Im Rahmen einer Mediation ergibt sich aber alleine dadurch ein Unterschied, dass mit dem Mediator ein Dritter dazukommt: Dieser ist darin geschult, jeder Partei den Raum zu geben, ihre Sichtweise darzulegen - und auch ihrem Ärger Ausdruck zu verleihen. Damit wird eine Kommunikation zwischen den Parteien wieder möglich. 

 

 

Wie lange dauern Mediationsverfahren? 

 

In der Regel finden Mediationsverfahren bei Wirtschaftsmediationen an einem oder zwei aufeinander folgenden Tage statt. 

 

 

Kann man auch hocheskalierte Konflikte in so kurzer Zeit aufarbeiten? 

 

Grundsätzlich ja. Der Grund hierfür ist, dass die Parteien im Rahmen der Mediation wieder beginnen miteinander zu kommunizieren. Genau das war im Konflikt nicht möglich war. Auf diese Weise beginnen sie, die Sichtweise des Anderen zu verstehen, ohne damit einverstanden sein zu müssen. 

 

 

Was unterscheidet eine Mediation von einem Schiedsverfahren?  

 

Bei einem Schiedsverfahren wird anstelle eines staatlichen Gerichtes ein privates Schiedsgericht angerufen, das den Fall dann aufgrund der Darstellung der Parteien entscheidet, d.h. die Entscheidung liegt beim Schiedsgericht. 

Bei einer Mediation verhandeln und entscheiden die Parteien selbst, wie der Fall gelöst werden soll. Dass sie dies trotz der unterschiedlichen Auffassungen und der Emotionen effektiv können, stellt der Mediator im Rahmen der Gesprächsleitung sicher.  

 

 

Was qualifiziert Sie als Mediatoren?  

 

Wir hören seit über 20 Jahren zu. Was banal klingt, ist die wichtigste Voraussetzung für unsere Tätigkeit als Mediatoren: Herausarbeiten, was wirklich gewollt ist und worin das eigentliche Problem besteht. Darüber hinaus haben wir jede Menge Erfahrung mit der Lösung komplexer Sachverhalte und damit ein gutes Gespür für die Tragfähigkeit von Lösungen. Dass wir darüber hinaus über die nötigen Aus- und Fortbildungen verfügen, versteht sich von selbst. 

 

Kann ich mich bei einer Mediation von einem Anwalt unterstützen lassen?  

 

Ja. Wir freuen uns immer, wenn Rechtsanwälte mit am Tisch sitzen, da dies die Parteien oft stärkt. Anders als bei Gericht hat der Parteianwalt in der Mediation  eine rein beratende Funktion, d.h. Sie sprechen sich zwar mit ihm ab, Sie sprechen aber für sich selbst.  Unter der Rubrik Download haben wir einen Leitfaden für Rechtsanwälte eingestellt, wie sie das Mediationsverfahren im Vorwege vorbereiten und unterstützen können. 

 

Sie haben noch mehr Fragen zur Mediation?

 

Dann rufen Sie uns gerne an oder schicken Sie uns eine Email. Unsere Kontaktdaten finden Sie hier.